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Sofi in China
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Maciek Offline
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Beitrag: #1
Sofi in China
Hallo Leute,

unsere Sofi-Reise durch China war in mehrfacher Hinsicht ein voller Erfolg. Wir besuchten ein wunderschönes Land voller Widersprüche und fremdartiger Kultur und wurden mehrfach von den Bildern überwältigt. Unser kleines Grüppchen (16 Personnen) erwies sich ebenfalls als Volltreffer: es wurden Freundschaften geschlossen, der Zusammenhalt war sehr groß und abends wurde zusammen das ein oder andere Glas Reisschnaps geleert.

Nicht zuletzt war auch die Sofi-Beobachtung in der Nähe von Wuhan ein Erfolg. Zwar gab es auch bei uns einige Wolken, die Sofi war aber in ihrer gesamten Länge beobachtbar. Das Glück hatten viele nicht, in Shanghai hatte es zu diesem Zeitpunkt geregnet. Hier eine Animation aus unbearbeiteten Fotos, die ganz gut den visuellen Eindruck wiedergibt.

[Bild: Sofi_2009_China.gif]

Die Korona war durch die Wolken leicht verschleiert, es war daher nicht einfach, die äusseren Teile herauszuarbeiten. Hier das beste Summenbild:

[Bild: Korona_Sofi_2009.jpg]

Der dritte Kontakt gab einen herrlichen doppelten Diamandring frei:

[Bild: Diamandring.jpg]

Bei unserer Beobachtung waren auch viele Einheimische dabei. Hier ein Bild nach der Totalität. Auf dem Wagen fährt zusammen mit dem Bauer meine ihm ausgeliehene Sonnenfinsternisbrille weg. Das Beweisfoto ist da aber ich habe angesichts der in China herrschenden drakonischen Strafen von einer Verfolgung abgesehenAngel. Die Staatsmacht war ja auch dabei aber dazu bald mehr in einem Reisebericht...

[Bild: Finsternisbrille%20faehrt%20weg.jpg]

Viele Grüsse,
Maciek
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.08.2009 12:30 von Maciek.)
21.08.2009 01:04
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Arthur Dent Offline
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Beitrag: #2
Wink RE: Sofi in China
Hallo Maciek,

das muss klasse gewesen sein! Abel wo walt ihl da nul gewesen...Big Grin

Glas und Carbo!
21.08.2009 16:34
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Stardust Offline
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Beitrag: #3
RE: Sofi in China
Im Leich del Mitte an del Gloßen MauelBig Grin

Tolle Aufnahmen , ich glaube ich muß mal am Dienstag irgendwann vorbeischauen .

Wo kämen wir denn da hin ? wenn jeder sagen würde , wo kämen wir denn da hin und niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge
22.08.2009 09:03
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Maciek Offline
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Beiträge: 96
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Beitrag: #4
RE: Sofi in China
Zur Sonnenfinsternis nach China[Bild: image002.jpg]

15. – 27. Juli 2009



[Bild: image004.jpg]

Unsere China-Reise war in mehrfacher Hinsicht ein Volltreffer!! Es war ja unsere bisher weiteste Reise und unsere erste Gruppenreise, so dass wir etwas Angst vor dem langen Flug (und den zwei Inlandsflügen) hatten und uns im Vorfeld mulmig wurde, wenn wir uns vorgestellt haben, dass wir mit den Leuten nicht klarkommen, aber 14 Tage aufeinander hocken müssen (astronomiebegeisterte Menschen sind auch mal weltfremde Physiker, die das Zähneputzen über das Nachdenken vergessen). Beides war unbegründet. Reisetabletten halfen bei der Flugangst und die Gruppe (insges. 16 Personen plus eine ständige chinesische aber deutsch sprechende Reisebegleiterin) verstand sich spitzenmäßig.

[Bild: image006.jpg] [Bild: image008.jpg]

[Bild: image009.jpg]
Unsere Reisegruppe vor der Wildganspagode in Xi´an

Bild von D. Köstler

Die Tage waren vollgepackt, und so haben wir auf unserer Rundreise vom 15. - 27. Juli 2009 Peking, Xi´an, Wuhan, Suzhou, Nanjing und Shanghai besucht. Vor Ort war von dem chinesischen Reiseunternehmen CITS (O-Ton unserer ständigen Reiseführerin: "Das ist bei uns in der Tourismusbranche ein bißchen wie Mafia...") alles bis ins Detail organisiert.

In jeder Stadt kam noch ein lokaler deutschsprachiger Reiseführer dazu, so dass bezüglich der vielen Sehenswürdigkeiten kein Wunsch offen blieb: die Große Mauer, der Himmeltempel, die verbotene Kaiserstadt, die Wildganspagode, die Terrakotta-Armee, chinesische Gärten, Tee-Zeremonie, die Seidenstraße, Fahrt auf dem Yangtse und, und, und...

[Bild: image010.jpg]

[Bild: image012.jpg] [Bild: image014.jpg]
Große Mauer bei Peking (Badaling) Regentag in der Verbotenen Stadt (Peking)

Nach und nach wurde unsere ständige Reisebegleiterin (sie hatte sich den Namen „Helena“ gegeben, damit sich auch Europäer ihren Namen merken können) mutiger und machte uns Angebote außerhalb des von der Regierung abgesegneten Programms. Oder aber wir schlugen Zusatzangebote aus und machten uns abends noch mal in kleineren Gruppen auf eigene Faust auf den Weg, so dass wir auch dem echten Leben begegneten.

[Bild: image016.jpg]
[Bild: image018.jpg]
„Langnase“ vor dem Himmelstempel in Peking

Unglaublich dieses Land, die Menschen und die Mentalität. "Land des Lächelns" trifft es wirklich, überall freundliche Menschen, insbes. junge Leute kamen auf uns zu, um sich mit uns auf englisch zu unterhalten und ihre Kenntnisse zu erproben. Bei Sehenswürdigkeiten passierte es uns regelmäßig, dass uns Einheimische ansprachen, weil sie gerne ein Erinnerungsfoto von uns "Langnasen" haben wollten.

[Bild: image020.jpg]

Auf den Straßen ein unglaublicher Verkehr, Autos, Mopeds, Fahrräder, sonstige Transportfahrzeuge und Fußgänger, und zwar alle durcheinander. Und ein Gehupe... wobei Hupen nicht etwa: "Hau ab Du Arsch!" bedeutet, sonders so was wie:" Erschrick nicht, ich bin neben Dir, ich überhole Dich, und zwar rechts."

Das Leben vor und nach der Arbeit findet draußen statt. Man trifft sich zum Tai Chi, Musizieren, Essen und zum Unterhalten im Park, auf dem Grünstreifen, der den Fahrradverkehr vom Autoverkehr trennt oder auch einfach auf der Straße und formiert sich mitten auf einer verkehrsreichen Straße zu einem traditionellen Fächertanz, incl. aus dem Nichts herbei gezauberter Musikgruppe.

Als wir mit unseren Fotoapparaten entdeckt wurden, wurde noch schöner getanzt...

[Bild: image022.jpg][Bild: image024.jpg]
Re. Bild von D.Köstler

Ganz deutlich und nicht zu übersehen: China ist im Aufbruch. Wir hatten den Eindruck, überall wird gebaut, an jeder Ecke Baumaterialien, Sand, Zement, Ziegelsteine, Metallplatten und Bambusrohre, die zu Baugerüsten zusammengebunden werden. Bauaufsicht und Arbeitssicherheit? Offensichtlich kein Bedarf.

[Bild: image026.jpg][Bild: image028.jpg]
China baut… …unkontrolliert

Aufbruch und Streben nach Westlichem bringt schlagartig eine große Schicht Neureicher hervor (vergleichbar mit Russland) und so wird die Kluft zwischen arm und reich größer...

[Bild: image029.jpg]
Wohnviertel in Peking

[Bild: image030.jpg]
Die neue Skyline von Shanghai bei Nacht

In Bezug auf das Essen war es für uns auch ein Abenteuer. Gemeinsam zu essen ist für Chinesen extrem wichtig, sie geben einen Großteil ihres Verdienstes für Essen aus. Die vielen Garküchen auf den Straßen haben wir auf Anraten unserer Reiseführerin nur fotografiert. Hier traf man auf Meerschweinchen und allerlei Undefinierbares am Spieß.

[Bild: image032.jpg]

Beim Frühstück kamen wir meist an den warmen Speisen vorbei, da sich die Hotels auf Europäer eingestellt hatten, aber wer wollte, konnte gleich mit gebackenen Nudeln, Suppe und Teigtaschen beginnen.

Mittags und abends kamen dann in ausgesuchten Restaurants diverse Highlights der chinesischen Küche auf den Drehtisch. Wenn man nicht genau hinsah, hatte man einen Hühnerkopf incl. Auge auf den Stäbchen... alles halb so wild, denn zum Desinfizieren gab´s immer Reisschnaps. Hundefleisch war nicht dabei. Wir haben Helena gleich am zweiten Tag danach gefragt, das Fleisch ist (zum Glück) sehr teuer und muss vorbestellt werden...

[Bild: image034.jpg]

Helenas „Medizin“ – Reisschnaps im Kanister

[Bild: image036.jpg]
…und alles mit Stäbchen
Bild von D. Köstler

Astronomisch gesehener Höhepunkt der Reise war die totale Sonnenfinsternis, die wir auf einer Anhöhe in der Nähe von Wuhan erleben konnten. Wuhan ist eine 9 Mio.-Stadt, auch wenn sie kein Europäer kennt. Da eben diese Stadt am 22. Juli 2009 in der Zentrallinie der Finsternis lag, hier war die totale Bedeckung der Sonne durch den Mond für sensationelle 5,25 Minuten zu beobachten.

[Bild: image038.jpg]
„Diamantring“

Damit war diese Finsternis schon ein echtes Ereignis, und man konnte alles, was an der Bedeckung der Sonne durch den Mond beobachten will (die so genannte Korona, das ist sozusagen die Atmosphäre der Sonne, bei der dann richtige Strahlen zu beobachten sind. Oder die so genannten Protuberanzen, das sind Feuerbögen oder -fontänen, die die Sonne ausspeit), lange und in Ruhe beobachten.

[Bild: image040.jpg]
neugierige Reisbauern nehmen uns ins Visier

[Bild: image042.jpg]
Begegnung der Kulturen

Natürlich ist auch die Stimmung, die während der Totalität herrscht, eine besondere: Es wird dunkel und es zeigt sich ein buntes Farbspiel am Himmel. Die Temperaturen sinken merklich (in unserem Fall haben wir eine Differenz von 9° C gemessen). In China sagt man bei einer Sonnenfinsternis: der Himmelshund frisst die Sonne auf. Wenn er sie dann doch wieder freigibt, freuen sich die Menschen und zünden Feuerwerke an, um den Himmelshund zu vertreiben. Selbiges konnten wir von der Anhöhe aus gut beobachten.

[Bild: image044.jpg]
Abendstimmung am Vormittag
Bild von G. Winter

Im Vorfeld der Reise gab es auch bezüglich des Beobachtungsplatzes für die Sonnenfinsternis Auseinandersetzungen mit der chinesischen Regierung. Diese wollte nämlich, dass alle Besucher die Finsternis in der Stadt beobachten.

[Bild: image046.jpg]
Helena macht das schon


Unser Astronomieexperte, der von Deutschland (Aachen) aus die Planungen verantwortete und auch mitreiste, konnte sich gemeinsam mit dem deutschen Reiseveranstalter durchsetzen (entweder wir dürfen außerhalb beobachten, oder die Reise wird ganz abgesagt). So hat er am Vortag der Finsternis gemeinsam mit Helena erst vor Ort letzte Vorbereitungen treffen können.

Die beiden haben - während wir diverse Tempel besichtigt haben - eine Gruppe von Einheimischen aus den umliegenden Dörfern mobilisiert, die auf der ausgesuchten Anhöhe ein Camp für uns aufgebaut haben und während der Finsternis für uns dort Essen zubereitet haben.

[Bild: image048.jpg][Bild: image050.jpg]
Stärkung nach der Finsternis Camp-Klo
Re. Bild von G. Winter

So sprach es sich natürlich schnell herum, dass da auf dem Berg komische Leute mit viel Gerät sind, die die Sonne beobachten. (In China wurde die Finsternis erst drei Tage vorher über die Medien bekannt gemacht, das Internet ist zensiert...) Nach und nach kamen immer mehr Einheimische aus den umliegenden Reisfeldern zu uns auf den "Berg", die Kinder trauten sich zuerst näher heran, danach waren wir umgeben von interessierten und staunenden Menschen...

[Bild: image052.jpg]

[Bild: image054.jpg][Bild: image056.jpg]
Re. Bild von J. Sheridan

Die zwecks Kontrolle des Geschehens herbeigeeilte Polizei (Regierungsbeamte mischten sich auch unter die Zuschauer) ließ irgendwann nach, die Kinder von unseren Geräten zu vertreiben und so wurden es unvergessliche Begegnungen.

Mit dem Wetter hatten wir riesiges Glück, da im Juli das Wetter in China unberechenbar, sehr heiß (schwüle 37°C und mehr) und gleichzeitig oft regnerisch ist. Wir hatten insgesamt nur zwei Regentage, und am 22.07. zogen nur ein paar Schleierwölkchen vorbei...

[Bild: image058.jpg][Bild: image060.jpg]
Der Regen ist vorbei… … und die Überwachung endet

Mit dem Kommunismus kamen wir in vielfältiger Weise in Berührung: Unsere Reisepässe waren eigentlich permanent eingesammelt, um irgendwo eingelesen zu werden. An jeder Sehenswürdigkeit wurden wir und unsere Taschen durchleuchtet. Wegen der Schweine- und Vogelgrippe wurden wir am Flughafen sogar mit Wärmebildkamaras gefilmt.

[Bild: image061.jpg]

Die Chinesen dürfen in diesem Jahr das Land nicht verlassen, wegen der Grippegefahren... Sie nehmen es gelassen. Unsere chinesische Reiseleiterin sagt: "Alles hat zwei Seiten. Und Diktatur ist auch gut."

Welten treffen aufeinander!!

[Bild: image063.jpg]

Viele Grüße,
Martina und Maciek
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.10.2009 19:14 von Maciek.)
08.09.2009 22:48
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Ralf17 Offline
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Beiträge: 80
Registriert seit: Jun 2009
Beitrag: #5
RE: Sofi in China
Hallo,

verdammt interessanter Reisebericht. Hätte nicht gedacht, dass es so ein großes Problem ist, eine Sonnenfinsternis außerhalb einer Stadt zu beobachten...

Ralf

You need to believe in things that aren't true, how else can they become?Terry Pratchett
09.09.2009 18:11
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